Clapton und Winwood – kleine Konzert-Kritik
Jetzt waren sie da. Und nach über zwei Stunden Konzert mit “Cocaine” als Schluss und “Dear Mr. Fantasy” als Zugabe waren sie ganz schnell weg, und als alle noch rumstanden und der Beifall rauschte, fingen die Roadies schon an abzubauen. Der Königsplatz, diese alte schöne Kronprinzen- und Nazi-Ort musste geräumt und wieder verkehrstauglich gemacht werden.
Ein sensationell schöner Sommer-Abend, die Generation 50+ war zahlreich, fast ausschließlich und freundlich gestimmt versammelt (ich darf das sagen, gehöre ja schließlich selbst dazu) – Clapton (65) und Winwood (61) trafen allerbeste Bedingungen an.
Und dann kommen sie fast pünktlich auf die Bühne und spielen ein Ding nach dem anderen runter. Kurz mal Hallo und sonst nichts. Die setlist
01. Had To Cry Today
02. Low Down
03. After Midnight
04. Presence Of The Lord
05. Glad
06. Well Alright
07. Tuff Luck
08. While You See A Chance
09. Key To The Highway
10. Midland Maniac (replaced Pearly Queen)
11. Crossroads
12. Georgia
13. Driftin’
14. How Long
15. Layla
16. Can’t Find My Way Home
17. Gimme Some Lovin’
18. Voodoo Chile
19. Cocaine
20. Dear Mr. Fantasy (encore)
war fast identisch mit den anderen Tour-Orten (das ist ok, sie müssen ja auswählen, es gibt so viel sehr gutes Zeug, dass sie einfach weglassen müssen), aber eine Zeit lang dachte ich, da können sie auch eine CD einlegen und ein Video auf der Leinwand abspielen, den Rest besorgen die Ton-Leute. Kein Schlenker, kein Extra, keine Bemerkung, niente. Dabei waren Sound und das Zusammenspiel perfekt, selten habe ich bei einem Konzert eine so gute Klangqualität erlebt, und das Open air, wo es schnell gern ein einziger Brei wird.
Der Eindruck änderte sich, als es bluesig wurde: “Georgia” und vor allem “Driftin’” waren große Nummern. Das erste von Steve und dann Herr Clapton mit der akustischen Gitarre. Da sah und hörte man, was er wirklich drauf hat. Und dann wurd’s richtig gut. Bluesig und mit Seele. Die zwei sagten zwar immer noch nichts (nicht mal die Band wurde vorgestellt – ganz schlechter Stil), aber die Musik war da. Inzwischen war es auch dunkel geworden und das passte dann alles zusammen.
Ein großes Highlight war “Vodoo Chile”, da wechselten sich die beiden Helden auf der Gitarre und beim Gesang ab – war natürlich alles bis ins Kleinste eingespielt und -studiert – aber egal. Irgendwas Spontanes, Improvisiertes ist in so einer Show-Maschine nicht vorgesehen.
Ein paar Bildchen noch, leider konnte ich nur ein bisschen mit dem Handy rumknipsen, weil die Security-Stasi-Tanten Stress machten wegen meiner Kamera und ich die nicht mit reinnehmen durfte. Hätte ja auch schlimme Dinge damit anstellen können.
Und danach beim Bier hatten wir schon das Gefühl, was richtig Gutes erlebt zu haben. Ist doch was.
Und hier und heute, einen Tag später, erscheinen in der “Süddeutschen” (nach einem Vorbericht vor einigen Tagen) ein paar sehr warme und abgeklärt euphorische Zeilen über dat Janze.


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Schlagworte: Clapton, Königsplatz, Süddeutsche, Winwood
Hi
Zitat: ……da können sie auch eine CD einlegen und ein Video auf der Leinwand abspielen, den Rest besorgen die Ton-Leute. Kein Schlenker, kein Extra, keine Bemerkung, niente…..
Also ich habe Berlin und nun MUC miterlebt, auf welcher “CD” sollte so etwas drauf sein? Die Jungs spielten “leibhaftig” und mit Herzblut, eine Atmosphäre wie die am Samstag kann keine CD schaffen.
…..Ein großes Highlight war „Vodoo Chile“, da wechselten sich die beiden Helden auf der Gitarre und beim Gesang ab – war natürlich alles bis ins Kleinste eingespielt und -studiert – aber egal. Irgendwas Spontanes, Improvisiertes ist in so einer Show-Maschine nicht vorgesehen…..
In’s kleinste eingespielt? In der B.Z. stand E.C. hätte vom Notenblatt auswendig gelernt und es dann gespielt. Kann E.C. mittlerweile Noten lesen?
Warum spielt E.C. und Winwood Voodoo Chile in jedem Konzert anders?
Wenn die beiden nicht improvisieren dann weiß ich nicht mehr! In Berlin war das Winwood-Solo bei Dear Mr. Fantasy ein ganz anderes wie in MUC.
Und wenn ich mich recht erinnere hat E.C. zum Volk gesprochen, denn er konnte sich an das Konzert 2008 noch sehr gut erinnern, bei dem das sitzende Pumblikum vor allem durch Ignoranz den Musikern gegenüber aufgefallen war, und an das schlechte Wetter.
Gruß