Michael Wollny in der “WELT” zur Jazzdebatte
Pianist Michael Wollny hat der WELT ein richtig gutes Interview zur Situation des Jazz in Deutschland und speziell zur aktuellen Jazzdebatte gegeben.
Allein, weil er weiß, wovon er redet, weil er ein guter Musiker ist, und weil er sich eloquent und in grammatikalisch richtigen Sätzen ausdrücken kann, lohnt es sich schon, das zu lesen.
Und außerdem grenzt er sich schön ab gegen einige Leute, die die staatliche Förderung des Jazz als Lebensnotwendigkeit betrachten und viel Zeit damit verbringen, sie zu betreiben.
Lieblingszitat:
“Wie können wir eine Debatte über eine Musik ernst nehmen, die versucht, sich selbst ihre Relevanz zu erklären? Nebenbei will man auch zwei sich widersprechende Sachen beweisen, dass wir also sowohl lebendig als auch förderungswürdig sind. In der derzeitigen Diskussion vermischen sich diese zwei Themen auf ganz unfruchtbare Weise – auf der einen Seite die Frage: Deutscher Jazz – ist er tot oder lebendig? Und auf der anderen Seite: Ist Förderung gut oder schlecht oder schlicht notwendig? Aber möglicherweise gelten Jazzmusiker per se als ein bisschen neurotisch.”
Da redet einer, der lieber Musik macht, als sich mit den teilweise reichlich überspannten Diskussionsbeiträgen abzugeben. Klar – er kann sich (zu recht) so eine Haltung in jeder Hinsicht leisten.
Und gerade deshalb wird auch sofort an seinen Äußerungen detailliertest rumgekrittelt (nur kann man ihn nicht wie vor ein paar Wochen Michael Hornstein als inkompetent und miesen Musiker niedermachen).
Schon erstaunlich.
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Schlagworte: Interview, Michael Wollny
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